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15. Eindeutige Priorisierung der Anforderungen

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Eine eindeutige Priorisierung und Sortierung der Anforderungen ermöglicht, immer die für die Kunden wichtigsten und damit wertvollsten Features zuerst zu bearbeiten und fertigstellen zu können

Listen immer priorisieren und sortieren  ^

Immer wenn mehrere Dinge bzgl. ihrer Behandlung oder Gewichtung miteinander konkurrieren — oder auch nur konkurrieren könnten — fordert Scrum, diese Dinge mit einer eindeutigen Priorität zu versehen und die Liste, in der diese Dinge festgehalten werden, in absteigender Reihenfolge ihrer Priorität zu sortieren, also derart, dass der Eintrag mit der höchsten Priorität ganz oben auf der Liste erscheint und der Eintrag mit der geringsten Priorität ganz unten am Ende.

Die Sache mit der eindeutigen Priorisierung und der Sortierung hat ein paar ganz bedeutendere Vorteile. Nicht nur, dass man einen Plan hat, in der man die zu bearbeitenden Punkte abarbeiten kann, sondern man hat darüber hinaus die Gewichtung der Aufgaben berücksichtigt.

  • Es ist immer möglich, eine eindeutige Reihenfolge vorzugeben und wo es noch keine gibt, dann erzeugt man eben eine, die sich an technischen, fachlichen, prozessualen oder sonstigen Werten orientiert sein kann.

  • Stakeholder ändern ihre Meinungen, Sichten, Bedürfnisse und Zeitvorstellungen; mit der priorisierten Liste hat man eine Unterlage, aus der sich relativ leicht Chancen, Risiken und Konsequenzen des Gewollten extrahieren und verdeutlichen lassen.

  • Stakeholder werden schnell ungeduldig, insbesondere, wenn man ihnen Ergebnisse präsentiert, die sie als wenig werthaltig erachten. Arbeitet man aber an den für sie wertvollsten Anforderungen, haben die Ergebnisse dieser Arbeit einen viel höheren Stellenwert für sie.

  • Die Stakeholder bekommen bereits nach wenigen Iterationen eine aussagekräftige Produktversion, die die für sie wichtigsten und damit wertvollsten Anforderungen vollständig umgesetzt enthält.

  • Stakeholder lieben den ROI. Nicht, weil er sich so royal anhört, sondern weil sie ihre Investitionen, die sie in das Produkt gesteckt haben, so früh wie möglich in einen Ertrag ummünzen wollen. Arbeitet man zuerst die wichtigsten Anforderungen ab, können sie das Produkt oftmals bereits weit vor Abschluss des Projektes produktiv einsetzen und bekommen auf diese Weise ihre Investition zu frühestmöglichen Zeitpunkt zurück.

  • Wenn man das Projekt mit den aller-aller-wichtigsten Anforderungen begonnen und sich langsam über die aller-wichtigsten zu den wichtigsten Anforderungen durchgearbeitet hat, kommt man irgendwann auch zu den nicht-mehr-ganz-so-wichtigen Anforderungen. Die Stakeholder haben dann die Möglichkeit, zu entscheiden, ob diese, und ggf. welche der nicht-mehr-ganz-so-wichtigen Anforderungen für sie nicht nur nicht-mehr-ganz-so-wichtig, sondern optional oder vielleicht sogar obsolet sind und können, wenn sie es für vorteilhaft erachten, das Projekt ggf. verkürzen.

‚Schulligung, aber bei uns hat alles hat alles die Priorität 1  ^

Tja, verloren. Pech gehabt, Looser. Beginnen Sie schon einmal damit, intensiv über Self-Kloning nachzudenken und überhaupt, wozu haben Sie denn zwei Hände und zwei Gehirnhälften geschenkt bekommen? Das verlangt doch geradezu nach ssinglprogrämming am haipernootbukk mit pärrkiebord und dabbelmaus.

Nein, im Ernst, es gibt immer eine Möglichkeit, die Dinge in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen, selbst dann, wenn jemand behauptet, „das geht nicht, weil alle Dinge gleich wichtig sind“ oder wenn man auf die Frage, wann es denn bitte fertig sein soll, die relativ unspezifische Antwort „gestern“ erhält; es gibt weder „geht nicht„, noch „gleich wichtig„, alles kann in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht werden, dann sortiert man sie eben nach Größe, Geschmack, Farbe oder Gefühl, denn niemand kann zwei komplexe Aufgaben gleichzeitig konzentriert bearbeiten, sondern nur immer schön nacheinander. Auch Softwareentwickler haben nur einen „Prozessor“ hinter der Stirn (von Rückenmarksreflexen ist hier nicht die Rede) und nicht derer viele, auf die wir parallelisieren könnten. Selbst die Sache mit dem Kaugummikauen und dem gleichzeitigen Gehen kommt je nach Geschwindigkeit (des Laufens, nicht des Kauens) und des Terrains, auf dem man sich bewegt, früher oder später an seine Grenzen … an denen das Kauen vom inneren „Scheduler“ dann einfach spontan suspendiert wird …

Bezifferung der Prioritäten  ^

Manchmal bekommt man gesagt, eine Aufgabe hätte „Priorität 1„, womit ausgedrückt werden soll, dass die Priorität außerordentlich hoch sei. Die Priorität der nächsten, bereits weitaus weniger wichtigen Aufgabe liegt dann bei 2 und um die darauf folgende Aufgabe mit der Priorität 3 braucht man sich im Grunde schon gar nicht mehr kümmern. 1 – 2 – 3? Höchste Priorität hat die Aufgabe mit der kleinsten Zahl?

Welche Priorität bekommt dann die eventuell noch wichtigere Aufgabe, die nach kurzer Zeit fast immer noch nachgeschoben wird? Die Priorität 0, die sich eher unwichtig anhört? Oder vielleicht besser die 0,5, die sich jedoch eher nach nur halb-so-wichtig anhört? Was ist mit Priorität -100? Eine (verbotene / unsichtbare / geheime) Aufgabe, die man auf gar keinen Fall erledigen darf? Und eine Aufgabe, die zwischen 1 und 2 eingeschoben werden soll? Priorität 1,23?

Klar, im Unternnehmen ist der Chef immer die Nummer eins und hat daher auch immer die höchste Priorität. Wer im Sport gewinnt, kommt auf den Platz eins und hat ebenfalls in vielen Belangen die höchste Priorität und die Plätze zwei und drei sind lediglich die Plätze der ersten beiden Verlierer. Dieses System scheint mehr plakativ angelegt zu sein und in der Praxis für eine eher mathematisch orientierte IT weniger tauglich.

Eine hohe Priorität sollte daher vielmehr eine hohe Zahl sein, am besten also ein numerischer, großer, ganzzahliger, positiver Wert, z.B. „500050005000″. Selbstverständlich kann es sich auch um einen alphanumerischen Wert, z.B. „5000x5000x5000″ oder „AZZZ5000BFG1“ oder so handeln, der jedoch — je nach Struktur — bei der Sortierung leicht zu Problemen führen kann. Der Wert sollte über eine leicht erkennbare Struktur verfügen, um die Übersicht über die Prioritäten zu bewahren, immer über die gesamte Stellenzahl ausgefüllt sein, also nicht über „unsichtbare“ führende Nullen oder Blanks verfügen und sollte sich gut, sicher, korrekt und eindeutig sortieren lassen. Höhere Prioritäten sollten von größere Werten, z.B. „500050009000″, repräsentiert werden, geringere Prioritäten immer von kleineren Werten, z.B. „500050001000″. Die Priorisierung und Sortierung sollte immer von groß nach klein verlaufen, um hoch priorisierte Einträge immer oben in der Liste zu finden, denn letztlich sind sie tatsächlich interessanter als die Unteren. Um sich die Möglichkeit zu erhalten, problemlos Aufgaben dazwischen schieben zu können, z.B. „500050003000″, sollte man zwischen den Werten der bereits bekannten Aufgaben größere und leicht erkennbare Abstände bestehen lassen.

Wenn man dann irgendwann über ein Product-Backlog mit mehreren — oder gar vielen — tausend Einträgen verfügt, möchte man es nicht gern neu durchpriorisieren müssen, sondern nur einfach mal schnell neu durchsortieren können.



Prinzipien und Werte bilden ein System  ^

Jedes Prinzip und jeder Wert ist der Kopf einer eigenen Beeinflussungskaskade anderer Prinzipien und Werte, denn jede Wertänderung wirkt sich auf weitere Prinzipien und Werte, die auf ihnen aufbauen, aus. An vielen Stellen stehen die Prinipien und Werte sogar in direkter Wechselwirkung zueinander.

Aus diesem Grund müsste jede Wertänderung eines beliebigen Prinzips oder Wertes durch die Kaskadierung Wertänderungen aller anderen Prinzipen und Werte nach sich ziehen, so dass dieses System -- einmal angestoßen -- im Grunde nie wieder zur Ruhe kommen dürfte. Das ist in der Praxis jedoch nicht der Fall, da es sich bei den Abhängigkeiten und Wechselwirkungen um ein soziales, gedämpftes System handelt, dessen innere Wirkung sich von Ebene zu Ebene abschwächt.

Aus diesem Grund werden hier als Quellen und Ziele der wertändernden Beeinflussungen nur die jeweils direkten Addressaten angegeben und nicht diejenigen, die in einer tieferen Ebenen der jeweiligen Kaskade betroffen sind.

Sowohl die Definitionen der Prinzipien und der Werte und ihre jeweiligen Zusammenhänge, Beeinflussungen, bzw. Verknüpfungen oder Nicht-Verknüpfungen, können nicht den Anspruch von Vollständigkeit und Korrektheit erheben, da es sich um eine weitestgehend subjektive Sicht handelt. Man kann daher aus diesen oder jenen Gründen durchaus anderer Meinung sein (zumal die Auswahl und die Beziehungen zueinander aktuell auch noch nicht vollständig von mir kommentiert sind). Sollten Sie also anderer Meinung sein als ich, würde ich mich über einen diesbezüglichen Kommentar sehr freuen; recht vielen Dank!

Was aktuell noch vollständig fehlt, sind Darstellung und Beschreibung der Beeinflussung der Werte untereinander; dieser Teil befindet noch in der Analyse.


’15. Eindeutige Priorisierung‘ wird beeinflusst von

Werte

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