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05. Größtmögliche Verlässlichkeit des Prozesses

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scrum.that.runs

Ein Teil dieser Seiten wurde ursprünglich für doktor-scrum.de geschrieben und ziehen nun hierher nach scrumcess.de um; leider sind sie aber inhaltlich noch nicht vollständig auf scrumcess.de umgearbeitet. Zudem ist es durchaus möglich, dass die enthaltenen Links noch ins Leere zeigen, bzw. noch auf doktor-scrum.de verweisen.
Ich bitte Sie, das zu entschuldigen.

Das Sicherstellen größtmöglicher Verlässlichkeit von Prozess und Projekt gibt Sicherheit, fördert entlastende Routine, hält dem Team den Kopf frei und verschafft ihm damit den kreativen und innovativen Freiraum zur Schaffung höchsten Wertschöpfungspotenzials — und dem Kunden die wertvolle Gewissheit, mit dem richtigen Partner zusammenzuarbeiten

Transparenz und Konsequenz  ^

Bei dem Thema Verlässlichkeit geht es weniger um die individuelle Verlässlichkeit der einzelnen, am Projekt beteiligten Individuen (die ohne Frage natürlich auch eine tragende Säule nahezu jeder Interaktion zwischen den Beteiligten ist, aber zwingend vorausgesetzt wird), sondern um Transparenz und Konsequenz. Es geht darum, jeden einzelnen der Schritte, die in Scrum vom Projektbeginn bis zum Projektabschluss durchgeführt werden, gemeinsam mit ihren Rahmenbedingen so verlässlich wie irgend möglich zu gestalten und jedem Beteiligten die Möglichkeit zu geben, sich in einem Projekt, das mit Scrum durchgeführt wird — zumindest was den Prozess als solchen betrifft — sofort und jederzeit zurechtzufinden. Alle Schritte sollten in ihrer Ausprägung, also in Verlauf, Art des Ergebnisses und den Erwartungen, sowie in Wirkung und Effekt auf Produkt, Prozess und Team stets intuitiv vorherseh- und vorhersagbar sein.

Scrum gibt an vielen Stellen vor, dass Vorgänge (Meetings, Iterationen, etc.) — sofern irgend möglich — immer am gleichen Ort zur gleichen Zeit mit den gleichen, definierten Teilnehmern (die in den Vorgängen dann auch ihre fest definierten Aufgaben haben) stattfinden und einen vorgegebenen, begrenzten zeitlichen Horizont nicht überschreiten sollten; letzteres ist als „Timeboxing“ bekannt. Erst durch das Timeboxing werden die Vorgänge und Abläufe in ihrem zeitlichen Kontext kalkulier- und beherrschbar, ohne mit potenziell unzuverlässigen Zeitpuffern planen zu müssen.

Verlässlichkeit schafft Sicherheit  ^

Die Verlässlichkeit führt dazu, dass man sich immer darauf verlassen kann, dass ein bestimmter Vorgang — sofern keine außergewöhnlichen Umstände eingetreten sind, über die man dann aber hoffentlich ebenso verlässlich (!!!) informiert worden wäre — über die gesamte Projektlaufzeit immer gleich am bekannten Ort und zum bekannten Zeitpunkt stattfinden und nicht länger als die bekannte maximale Zeitspanne andauern wird. Darüber hinaus kann man sich des Weiteren verlässlich sicher sein, dass — sofern man in seiner eigenen Rolle gehalten ist, an dem Vorgang teilzuhaben — auch alle anderen Beteiligten, genau wie man selbst, stets darauf zu achten haben, den Vorgang pünktlich und — sofern notwendig — mit allen notwendigen Unterlagen und gut vorbereitet durchzuführen.

Fragen wie, „ob, wann, wo und warum findet das Meeting statt?“, „was wird das zu erwartende Ergebnis sein?“, „ist meine Anwesenheit (geistig und körperlich) notwendig?“, „was ist meine Aufgabe im Meeting?“, „was sind die Erwartungen, die ich an das Meeting haben sollte?“, “ was sind die Erwartungen, die andere im Meeting an mich haben werden?“, „wie lange wird das Meeting maximal dauern?“ und „wird wieder von mir erwartet, pünktlich und im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte anwesend zu sein?“, stellen sich nicht, denn sie sind nach dem jeweils ersten Meeting ein für alle mal geklärt, genauso wie, dass es nicht zwingend jedes mal Kekse geben wird.

Trotz Festlegung flexibel bleiben  ^

Diese verlässliche Vorhersagbarkeit der Abläufe wird Scrum oft als Starrheit, Inflexibilität und als — Zitat — „Versuch des Eingriffs in die persönliche Lebensplanung“ unterstellt, was jedoch in keiner Weise stimmt, denn es werden lediglich Standardwerte vorgegeben, um die sich — solange sie Gültigkeit haben, was der Erfahrung nach in 99% aller Fälle problemlos erreichbar ist — niemand mehr Gedanken machen muss. Für das restlichen Prozent bedeutet das dann ausdrücklich nicht, dass so ein Vorgang beim Einsatz von Scrum im Ausnahmefall ausfallen muss, sondern es bedeutet lediglich, dass er (wenn irgend möglich rechtzeitig) umorganisiert werden sollte.

Es wird also mit der verlässlichen Vorhersagbarkeit lediglich ein Schwerpunkt auf den gewünschten und geplanten Ablauf gelegt und nicht auf den mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit (darum sollte man sich zumindest bemühen) auftretenden Ausnahmefall. Das bedeutet allerdings auch, dass Ausnahmefälle auch beim Einsatz von Scrum im Wesentlichen das bleiben sollten, was sie sind: Ausnahmefälle. Ausnahmefälle, über die alle Beteiligten (die selbstverständlich ebenfalls verlässlich bekannt sein sollten) ohne Ausnahme und initiativ verlässlich vom Veranstalter rechtzeitig und umfassend informiert werden.

Verlässlichkeit hält den Kopf frei  ^

Das mag man spießig, langweilig und öde vorhersehbar finden, aber sich des überflüssigen Ballasts (z.B. sich ständig wiederholendes Abstimmen über ein für alle Mal festlegbare Rahmenbedingen) zu entledigen, gehört zur Professionalität dazu und nur selten hat ein ausgeprägtes Organisationschaos — das leider viel zu oft viel zu verlässlicher Bestandteil viel zu vieler Projekte ist — zu einer positiven Bereicherung eines Projektes geführt. Die Intention, so sehr auf diese Art von Verlässlichkeit zu pochen, soll denn auch keine Schikane oder der oben bereits zitierte Eingriff in die jeweilige persönliche Lebensgestaltung sein, sondern besteht darin, den Kopf eines jeden Beteiligten frei davon halten, sich mit diesen, von zentraler Stelle aus mit überschaubarem Aufwand über nahezu die gesamte planbare Projektlaufzeit festlegbaren Dingen immer wieder aufs Neue beschäftigen zu müssen. Außerdem handelt es sich nicht nur um die Verlässlichkeit der zeitlichen Abläufe, sondern auch um die verlässliche Gültigkeit der Erwartungen, die in diesem Fall an die Vorgänge in Scrum und ihre jeweiligen Ergebnisse gestellt werden können.

Sich darauf verlassen zu können, sich um eine Veränderung, die nicht eingetreten ist, auch nicht kümmern zu müssen, ist eine einhundertprozentige Einsparung von Zeit, Geld und Nerven.

Abläufe werden schlanker und sicherer  ^

Auf diese Weise werden die Abläufe zwischen den beteiligten Personen und Gruppen in einer besonderen Weise transparent und vorhersagbar; Reibungsverluste, Schwachstellen und Defizite, egal auf welcher Seite, egal zwischen welchen Personen oder Gruppen, werden frühzeitig sichtbar und können früh, schnell und sicher behoben werden, was die Zusammenarbeit Aller (und in der Folge auch den Prozess selbst) in seiner konkreten Ausprägung ständig verbessert und verschlankt. Insofern kann die Sicherstellung der Verlässlichkeit des Prozesses und seiner Bestandteile als eine der wesentlichen Säulen des Erreichens einer hohen Produktivität des Teams angesehen werden. Nicht aufgedeckte oder ignorierte oder einfach akzeptierte, hingenommene Schwachstellen dieser Art verringern ohne Not die Performance des Teams und damit ihre Produktivität.

Das Entwicklungsteam profitiert  ^

Insbesondere für das Entwicklungsteam hat das Verlässlichkeitsprinzip eine weitere und besondere Bedeutung, da das Entwicklungsteam am Ende des jeweiligen Planungsmeetings einer Iteration die Verpflichtung eingeht, eine von ihm selbst bestimmte Menge an Anforderungen innerhalb der definierten Zeitspanne der Iteration abschließend zu bearbeiten, also abschließend fertig zu stellen. Das wäre nur sehr schwer möglich, wenn die Entwickler sich nicht darauf verlassen könnten, dass die Rahmenbedingen, unter denen sie ihr Commitment abgegeben haben, gültig bleiben werden und dass die vereinbarte und von ihnen eingeplante Zeitspanne der Iteration ihnen dann auch vollständig für die Entwicklung zur Verfügung steht.

Die Stakeholder profitieren  ^

Auch die Stakeholder profitieren selbstverständlich von der Verlässlichkeit des gesamten Ablaufs und des Teams, da sie beim Abschluss einer jeden Iteration verlässlich ein nutzbares, getestetes, im Rahmen der vereinbarten Anforderungen vollständig realisiertes, potentiell in Produktion einsetzbares Produktinkrement erhalten, in dem — ebenso verlässlich — die aktuell für sie wichtigsten und damit wertvollsten Anforderungen vollständig implementiert sind.

Verlässlichkeit schränkt nicht ein  ^

Bei der Verlässlichkeit geht es nicht um die kleinteilige Reglementierung aller möglichen Dinge und Schritte, sondern darum, eine projektglobale Verlässlichkeit aufzubauen, indem diese Schritte mit einem verlässlichen Standardverhalten versehen werden und der Maßgabe, dann — und zwar nur dann — wenn man von diesem Standardverhalten abweichen muss, die Betroffenen verlässlich rechtzeitig und frühzeitig zu informieren.

Die ganz simple, aber einfache und effektive Idee dahinter ist, die Beteiligten weitestgehend von unnötiger Beschäftigung zu entlasten, damit sie sich vollständig auf ihre kreativen Kräfte und anspruchsvollen Aufgaben konzentrieren können.



Prinzipien und Werte bilden ein System  ^

Jedes Prinzip und jeder Wert ist der Kopf einer eigenen Beeinflussungskaskade anderer Prinzipien und Werte, denn jede Wertänderung wirkt sich auf weitere Prinzipien und Werte, die auf ihnen aufbauen, aus. An vielen Stellen stehen die Prinipien und Werte sogar in direkter Wechselwirkung zueinander.

Aus diesem Grund müsste jede Wertänderung eines beliebigen Prinzips oder Wertes durch die Kaskadierung Wertänderungen aller anderen Prinzipen und Werte nach sich ziehen, so dass dieses System -- einmal angestoßen -- im Grunde nie wieder zur Ruhe kommen dürfte. Das ist in der Praxis jedoch nicht der Fall, da es sich bei den Abhängigkeiten und Wechselwirkungen um ein soziales, gedämpftes System handelt, dessen innere Wirkung sich von Ebene zu Ebene abschwächt.

Aus diesem Grund werden hier als Quellen und Ziele der wertändernden Beeinflussungen nur die jeweils direkten Addressaten angegeben und nicht diejenigen, die in einer tieferen Ebenen der jeweiligen Kaskade betroffen sind.

Sowohl die Definitionen der Prinzipien und der Werte und ihre jeweiligen Zusammenhänge, Beeinflussungen, bzw. Verknüpfungen oder Nicht-Verknüpfungen, können nicht den Anspruch von Vollständigkeit und Korrektheit erheben, da es sich um eine weitestgehend subjektive Sicht handelt. Man kann daher aus diesen oder jenen Gründen durchaus anderer Meinung sein (zumal die Auswahl und die Beziehungen zueinander aktuell auch noch nicht vollständig von mir kommentiert sind). Sollten Sie also anderer Meinung sein als ich, würde ich mich über einen diesbezüglichen Kommentar sehr freuen; recht vielen Dank!

Was aktuell noch vollständig fehlt, sind Darstellung und Beschreibung der Beeinflussung der Werte untereinander; dieser Teil befindet noch in der Analyse.



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